Lausitzer Seenland
Senftenberg

 

In der Lausitz bei Senftenberg entsteht durch Flutung der ehemaligen Braunkohle-Abbaugebiete eine der größten künstlichen Seenlandschaften überhaupt. Für das neue, noch unbekannte Urlaubs-, Freizeit- und Erholungsgebiet soll eine Landmarke geschaffen werden, die gleichzeitig Aussichts- und Anziehungspunkt ist.
Der zuletzt in Dienst gestellte Abraumbagger der Lausitz – der F60 – ist bis heute die größte bewegliche technische Anlage der Welt. 
Mit einer Länge von 502 m ist seine Stahlkonstruktion 198 m länger als der Eiffelturm hoch ist.
Der F60 hatte eine Förderleistung von 29.000 m³ je Std. Zur Bewältigung des Volumens der Cheopspyramide brauchte er 89 Std. und 8 Minuten, das sind bei Dauerbetrieb weniger als 4 Tage.
Der F60 schaffte 91 Cheopspyramiden im Jahr.
Was wird davon bleiben?
Wenn alle Braunkohlelöcher geflutet sind, ist eine herrliche Seenlandschaft entstanden. Die geradezu unvorstellbaren Dimensionen des Braunkohletagebaus werden nicht mehr erlebbar sein. 
Das Konzept hat zum Inhalt, die gigantischen Dimensionen dieser Eingriffe und Veränderungen durch den Menschen „sichtbar“ und dauerhaft erlebbar zu machen. In einer künftig friedvollen, beschaulichen, für den Tourismus erschlossenen Seenlandschaft sollen bauliche Zeugnisse von einer anderen Zeit erzählen. 
Die Pyramide hat die Größe der Cheopspyramide, Grundfläche 230 x 230 m, Böschungswinkel 51° 52’. Sie ist für Besucher begehbar über Treppen und Rampen. Von den Zwischenterrassen sowie der Gipfelplattform in ca. 110 m Höhe hat man eine herrliche Rundsicht auf die Seenlandschaft.
Die Idee ist, die Pyramide aus Braunkohle zu errichten. Zum See hin sind die Bergflanken ungestört, monumental, glatt wie ein Brikett, im Abendlicht bräunlich schimmernd. Die Landseite ist zerklüftet, Treppen, Rampen, Terrassen, hier erinnert die Pyramide eher an eine Skulptur, an einen Steinbruch.
Das Baumaterial wird an Ort und Stelle neben der Pyramide aus dem Boden gebaggert und mit einem Förderband an die vorgesehene Stelle verbracht. Das dadurch entstehende Loch soll das negative Abbild der Pyramide sein, Abmessungen 230 x 230 m, so tief wie die Pyramide hoch ist. 
Das Loch kann von Besuchern genauso begangen werden wie die Pyramide. Dem Höhenerlebnis steht ein Tiefenerlebnis gegenüber. Dass der Wunde, dem Loch in der Erde der Berg gegenüber steht symbolisiert das Wesen des Braunkohletagebaus im speziellen und den menschlichen Eingriff in die Natur im allgemeinen.
 
Frank Menzel, 2005
 
Auslober: 
IBA Lausitz
Wettbewerbsart: 
Offener Wettbewerb